Und so sehen die Urkunden aus dem Raume Kempten aus
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 | | Älteste Urkunde aus dem Jahre 1372 den Namen Fintboner betreffend |
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Transkription von Wolfgang Finkbeiner:
Ich Hainr(ich) Kuenczelman w?n chunt und v(er)gich offentlich mit disem allen den die in ansehent od(er) hoerent lesent umb die straeflin unzuht die ich begangen han in dem gericht und in der stat ze Kempten das ich minen aigen man den fintboner da wolt haben gevangen und darumb ich gesworen hab ainen gelerten aide ze den hailigen mit uffgebotnen vingern hinder den raut ze Kempten wie mich der darumb b?sti das ich das staet halten und haben solt darumb v(er)gich ich das si mich darum also gebuest hant das ich der burger gemainlich der stat ze Kempten diener sein sol und in warten sol mit aim spiess zehen iar den naechsten von dem tag diu brieff geben ist also wenn mich der raut ze Kempten wer dann ie raut ist od(er) der stat ze Kempten pfleger ob ze der selben zit nit raut waer manent in den selben zehen iaren under ougen od(er) mit iren briefen das ich in danne berait sin sol und in dienen sol mit aim spiess ungevarlich wa hin sie mich dann ie manent und sol das t?n uff den aide den ich in gesworen hab. Darzu sol ich uff den selben aide wider der stat ze Kempten noch wider die burg(er) gemainlich ze Kempten nun mer mer gesin die will ich leb mit dehainen sachen. Und ze urkund und vestnung aller vorgeschribt(er) sach so gib ich den obgenannten burg(er) gemainlich ze Kempten und iren nachkomen und der stat ze Kempten disen brief v(er)sigelt und gevestnot mit minem jnsigel und ze min(er) ziugknust mit mins swaug(er)s jnsigel Burcken Knopfs und doch im selb aune schaden. Der brief ist geben nach Christes geburt drizehen hund(er)t iar und im zwaie und sibenzgosten iar an dem naechsten m?ntag vor sant michels tag
Die Sägerei Finkbeiner & Klumpp im Schorrental
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 | | Historische Aufnahme um 1910: Fritz Klumpp und Andreas Finkbeiner |
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Die Firmengründer um 1910, Fritz Klumpp und Andreas Finkbeiner. Das Sägewerk wurde 1901 von Andreas Finkbeiner (Zimmermann) gegründet, ein paar Jahre später kam dann Fritz Klumpp hinzu.
 | | Die "Rußkachel": Das Unternehmen war für die damalige Zeit sehr fortschrittlich: Hier wird eine fahrbare Dampfmaschine zum Holztransport eingesetzt |
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Johann Christian Finkbeiner, Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime
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Eine Finkbeiner-Familie muss ganz besonders hervorgehoben werden. weil aus ihr gleich mehrere außergewöhnliche Persönlichkeiten abstammen: Der Großvater Christian Finkbeiner , der gegen die Nazis Widerstand geleistet hat, der Vater Alfred Finkbeiner , die Mutter Ria Finkbeiner , geb. Bolz, die Tochter Brigitte Kübler, geb. Finkbeiner, die Tochter Prof. Dr. Claudia Finkbeiner und der Sohn Wolfgang Finkbeiner.
 | | Johann Christian Finkbeiner |
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Johann Christian Finkbeiner wurde am 5. November 1898 in Heilbronn-Böckingen geboren. Von Beruf war er Fräser und schon sehr früh politisch aktiv. In seiner Freizeit spielte er Fußball beim Arbeiter-Turn- und Sportbund Böckingen. Später, Anfang der 30er Jahre, wechselte er dann zum FV Union Böckingen 08. Am 25. August 1922 heiratete er Christine Mathilde Lang (geb. 19.05.1901). Sie hatten zwei Kinder, Alfred Finkbeiner (geb. 07.05.1923) und Hilde Finkbeiner, verheiratete Ward, geb. 27.08.1934).
1930 trat Christian Finkbeiner der Kommunistischen Partei bei. Heilbronn-Böckingen war vor dem 30. Januar 1933 eine rote Hochburg und danach Schwerpunkt des Widerstandes gegen das NS-Regime. Seit 1931 war er Mitglied der KPD-Ortsgruppenleitung Heilbronn-Böckingen und vom 2. März 1933 bis 9. März 1933, also nur wenige Tage, Stadtrat, bis er dann vom 27. 12. 1933 bis zum 6.1.1934 von den Nazis in "Schutzhaft" genommen wurde. Diese Zeit hat er wahrscheinlich im KZ Heuberg verbracht. (...)
Verschiedene Fotos
 | | Hausschlachtung |
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Ein Höhepunkt des Jahres und willkommene Abwechslung war sicher die Hausschlachtung. Es war ein Festtag und zur "Metzelsupp‘" wurden Verwandte und enge Freunde eingeladen.
Große Teile des Schweins wurden erst gepökelt und dann zu "Speck" geräuchert, der nicht nur den Speisezettel der Familie bereicherte, sondern wichtige Nahrung für den Holzhauer, den Köhler oder auch den Arbeiter im Hüttenwerk war.
 | | ein Hufschmied in Baiersbronn bei seiner Arbeit |
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Auswanderungen nach Bessarabien
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Bessarabien, das ist die Landschaft zwischen Pruth, Dnestr, Donau und Schwarzem Meer. Klima und fruchtbare Böden machen dieses Gebiet zu einem besonders ertragreichen Agrarland. Hauptfrüchte sind Weizen, Mais, Sonnenblumen, Tabak, Obst und Wein.
An der wirtschaftlichen Entwicklung Bessarabiens hatten deutsche Kolonisten ("Schwaben" und Mennoniten), die in der Zeit zwischen 1814 - 1842 dort angesiedelt wurden, einen bedeutenden Anteil.
Russland förderte die planmäßige Ansiedlung deutscher Kolonisten durch Gesetze. So wurden, z.B. schon in den Bestimmungen vom 19.3.1764 den Bauern bestimmte Landmengen zugesprochen und ihnen eine Reihe von Sonderrechten gewährt. Die wichtigsten davon waren:
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| 1.
| freie Religionsausübung
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| 2.
| Befreiung von den Steuern auf 10 - 30 Jahre auf dem Land und 10 Jahre in den Städten
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| 3.
| zinslose Darlehen für alle Anschaffungen
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| 4.
| Befreiung vom Militärdienst "auf ewige Zeit"
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| 5.
| Eigene Gemeinde-und Schulverwaltung
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| 6.
| unentgeltliche Zuweisung 30 - 80 Desjaten Land von der Krone an jede Familie
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Im Pariser Frieden von 1856 musste Russland einen Landstreifen links der Pruth an Rumänien und die Donaumündung an die Türkei abtreten. 1878 erhielt Russland im Frieden von Berlin den an Rumänien abgetretenen Teil Bessarabiens wieder zurück. 1918 gewann Rumänien Bessarabien unter Protest der Sowjetunion und 1940 musste Rumänien auf ein russisches Ultimatum hin dieses Land wieder an die Sowjetunion abtreten.
Für unsere Familiengeschichte wichtig ist die Tatsache, dass bald darauf durch ein deutsch-sowjetisches Abkommen die rund 80.000 Bessarabien-Deutschen ausgesiedelt wurden und somit die Urenkel der damaligen Aussiedler wieder nach Deutschland zurückkehrten.
 | | Ein Teil der Auswanderer nach Ungarn oder Bessarabien ist mit Ulmer Ordinarischiffen oder wie sie im Volksmund genannt werden, mit "Ulmer Schachteln" die Donau hinuntergefahren |
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Johannes und Anna Finkbeiner und ihre Nachkommen
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Die Geschichte einer Familie über vier Generationen, die nach Osteuropa, vor allem nach Bessarabien auswanderte.
Vor diesem Hintergrund ist die Geschichte der nach Bessarabien ausgewanderten Nachkommen der Familie des Johannes Finkbeiner aus Heselbach (KLR F 461) und seiner Ehefrau Agnes, geborene Luz aus Cresbach besonders interessant . Drei der Söhne fanden auf dem väterlichen Hof kein Auskommen. Michael, n. 1760, verdingte sich als Taglöhner in Klosterreichenbach (seine Söhne Michael, n. 1804, Johannes, n. 1807 und Jacob, n. 1809 wanderten ungefähr 1835 nach Amerika aus).
Johannes, n. 1755 (KLR F 433) heiratete am 11. Februar 1784 in Klosterreichenbach seine Frau Anna, n. 17.02.1758, geb. Hartmann aus Untermusbach und wanderte vermutlich Anfang des 19. Jahrhunderts nach Agnesenau. Brezeznica in Polen aus. Anscheinend waren die Verhältnisse dort nicht so, wie er es sich vorgestellt hatte, denn bereits 1815 finden wir die Familie in Wittenberg wieder.
Johann Georg, n. 1758, wanderte im Jahre 1803 (nach Dr. Karl Stumpp, Die deutsche Auswanderung nach Russland 1763 - 1862, S. 28) nach Großliebental bei Odessa aus, also nach Süd-Bessarabien.
Die weitere Familiengeschichte des Johannes Finkbeiner ist der folgenden Auflistung zu entnehmen:
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 | 1. Generation:
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| Eltern:
| Johannes Finkbeiner, n. 27.06.1755, Bauer und Bürger in Heselbach, Sohn von Johannes Finkbeiner, n. 1727 und Agnes Luz
oo am 11.02.1784 in Klosterreichenbach mit Anna Hartmann, n. 17.02.1758 in Untermusbach
Johannes Finkbeiner ist mit seiner Familie nach Agnesenau (Brezezcina)/Polen ausgewandert
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| Kinder:
| 1. Eva Finkbeiner, spur. n. 01.03.1782; oo mit Johann Wolfgang Mack
2. Anna Finkbeiner, n. 10.12.1784; + 02.12.1786
3. Agnes Finkbeiner, n. 17.07.1786, Heselbach
4. Christina Finkbeiner, n. 02.04.1788, + 19.12.1790 (...)
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 | | Anna Finkbeiner |
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Anna Finkbeiner war eine Tochter von Christian Finkbeiner, der am 8. Dezember 1839 in Baiersbronn geboren wurde. Diese Aufnahme wurde um die Jahrhundertwende in Sebewaing, Michigan gemacht, wo auch ihr Bruder John lebte.
Im Jahre 1906 fuhr sie nach San Francisco, um dort Verwandte zu besuchen, doch nach dem großen Erdbeben von 1906 hat man nie mehr etwas von ihr gehört. Eigentümer des Fotos ist Norma Lewless