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Auf den Spuren der Finkbeiner Der Tag der Michigan-Finkbeiner. Dafür sorgt Gary, der diesen Tag für uns geplant hat. Er verteilt uns seine vielseitige Zusammenstellung "Finkbeiner Road" mit dem Fahrplan für heute, einer kurzen Geschichte von Johannes und Friedrich Finkbeiner und ihrer Nachkommen in diesem Teil von Michigan, einer Auflistung von 70 relevanten Plätzen mit detaillierten Landkarten.
Caledonia, Michigan  | | Liz Finkbeiner. Das Baby ist aber nur eine Puppe |
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Am "American Legion Post" #305 schließt sich uns Reginald Finkbeiner an, der aus Crediton, Ontario, herübergekommen ist, wo er den Anstoß für das Zweite Internationale Finkbeiner-Treffen gegeben hat.
Liz Finkbeiner erwartet uns in der Tracht der Pionierfrauen aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts. Sie zieht einen kleinen, bunten Holzwagen hinter sich her, die Miniaturausgabe eines Wagens, wie ihn die ersten Siedler benutzten.
Barber School Museum Liz zeigt uns die einräumige Schule, wie sie in dieser Art vor ca. 150 Jahren überall im Land eingerichtet wurden.
 | | Die alte Schule. Sieht irgendwie aus wie eine Kirche |
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Einige von uns klemmen sich in die engen Bänke. Die hand- arbeitenden Frauen bewundern das gestickte Musterbuch mit kunstvollen Applikationen. Auf dem Lehrerpult erinnert ein Plastikapfel daran, daß jedes Kind dem Lehrer täglich einen Apfel mitzubringen hatte. Das Schulmuseum wurde aus Mitteln des "Bicentennial Program" eingerichtet, das 1976 zur Feier der 200jährigen Unabhängigkeit der USA aufgelegt wurde.
Die alte Schmiede Dort treffen wir Liz wieder. Leider hatte keiner der Hobby-Schmiede aus dem Ort Zeit, uns die Schmiede in Aktion zu zeigen. Ein Holzbrett ist aufgehängt mit den eingebrannten Jahreszahlen 1838 - 1888 - 1988. Sie beziehen sich auf "township" Caledonia, "village" Caledonia und die 150- bzw. 100-Jahrfeier dieser Ereignisse, nämlich daß die Landvermessung Caledonia erfaßt hatte (1838) bzw. daß sich Caledonia als Dorf konstituierte (1888).
Twin Pine Farm  | | Twin Pine Farm. Schönes Schild |
| Robert und Amy Finkbeiner haben uns zum Lunch auf der Farm eingeladen. Bei wiederum wunderschönem Wetter sind lange Tische unter Bäumen gedeckt. Die ganze Familie hilft mit: Amy und ihre Schwiegertochter bereiten Dutzende Hamburger vor und tragen kannenweise Getränke herbei; Rob hütet das jüngste Enkelkind; Sohn John zeigt uns die Farm. Mit ca. 400 ha ist sie von durchschnittlicher Größe. Ein Drittel der Fläche gehört der Familie, zwei Drittel sind dazugepachtet. Von den ca. 300 Stück Rindvieh sind zur Zeit 110 Milchkühe und 25 trächtige Kühe.
Die Söhne John und Larry schaffen die Arbeit auf dieser hochtechnisierten und durchrationalisierten Farm im großen und ganzen allein; abends helfen ihnen zwei Leute. Wir, d.h. vor allem unsere vier Sänger, bedanken uns für die Führung und für die köstliche Bewirtung mit ein paar Liedern. Ins Muß i denn zum Städtele hinaus stimmen auch die Amerikaner ein.
Finkbeiner Road  | | Gruppenbild. Hier sind mal alle auf einmal zu sehen |
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An diesem Straßenschild ist ein Gruppenbild fällig. Die Straße wurde 1932 so genannt, als die Elektrizitätsgesellschaft Straßennamen, keine -nummern wollte. Und da an der Straße sowieso so viele Finkbeiner wohnten...
Middleville, Michigan Im Ort gab es einmal gleichzeitig acht Geschäfte, die den Namen Finkbeiner trugen, jetzt gar keins mehr.
Mount Hope Cemetery  | | Ein Finkbeiner Grab. Nur eines von zahlreichen Finkbeiner-Gräbern |
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Hier liegen viele Finkbeiner und Anverwandte begraben, u.a. Garys Vater Rodney Finkbeiner (1928-93), der viel für die Erforschung und Bewahrung der Familiengeschichte getan hat. Ein Mahnmal erinnert an Garys Großonkel Arthur C. Finkbeiner, der im Ersten Weltkrieg im Elsaß gefallen ist.
Uns gefallen die weiträumigen Friedhöfe (wir werden noch mehrere besuchen) mit ihrer schlichten Grasdecke über den Gräbern und dem alten Baumbestand. Ein wenig befremdet sind wir von der Sitte, schon zu Lebzeiten einen Grabstein aufstellen und (mit Namen und Geburtsjahr) beschriften zu lassen.
Leighton, Michigan, Hooker Cemetery Gary führt uns zur Grabstelle der Stammeltern der meisten nordamerikanischen Finkbeiner, nämlich Johannes Finkbeiner (1820-74) und seiner Frau Regina, geb. Würth (1821-87) sowie der Witwe von Johannes' Bruder Friedrich, Regine, geb. Mast. Bis zum August diesen Jahres war das Grab der letzteren unbezeichnet. Dann wurde aus Anlaß des 104. Treffens der Nachkommen von Johannes und Friedrich Finkbeiner ein Grabstein für Regine aufgestellt.
Auch Calico George ist hier begraben, das vierte Kind von Friedrich und Regine. Seinen Spitznamen verdankte er dem Umstand, daß die Kleidung des armen Einwanderers mit Flicken aus billig-buntem Kalikostoff übersät war. Von seinem Vetter Henry, ebenfalls hier begraben, ist in Erinnerung geblieben, daß er in den 1890er Jahren nach einem Unwetter zwei Pferde im Treibsand entlang der heutigen Finkbeiner Road verloren hat.
Abend in der Leighton United Methodist Church In dem neuen Gemeindezentrum treffen wir Ken Gackler wieder. Er erzählt uns, daß der vorige Kirchenbau abgerissen wurde, um dem stattlichen Neubau Platz zu machen.
 | | Leighton United Methodist Church. Beeindruckend, wie groß dieses Gemeindezentrum ist, mit eigener Festhalle |
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Die Kosten von ca. $1,2 Millionen wurden weitgehend von den Gemeindemitgliedern aufgebracht. Man mußte allerdings zusätzlich eine Hypothek aufnehmen. Jetzt sollte die sonntägliche Kollekte $4-5000 einbringen, um den laufenden Unterhalt einschließlich Schuldendienst zu decken. Aber die Gemeinde wächst, weil sich Grand Rapids immer weiter ausdehnt.
 | | Spanferkel. Die Fachmänner beim zerlegen, Friedrich in der Mitte |
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Das Abendessen besteht aus einer nahrhaften Mischung aus deutschen und amerikanischen Spezialitäten. Friedrich hat die Sau noch am Spieß gesehen und bedauert, daß die krosse Haut weggeworfen wurde. Lore ißt sich einmal wieder richtig satt an Sauerkraut.
Marie Finkbeiner hat die Küche unter sich gehabt; auch sie war 1995 in Baiersbronn mit dabei. Das Unterhaltungsprogramm besteht vornehmlich aus religiösen Liedern, zu Gitarre, Orchestermusik vom Band und Klavier vorgetragen. "Unser" Quartett muß auch auf die Bühne. Die amerikanischen Fähnchen von der Tischdekoration dürfen wir mitnehmen.
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